„Seite an Seite“ –unter diesem Motto stand die Projektwoche der Lise-Meitner-Oberschule in Strausberg kurz vor den Weihnachtsferien 2015. Im Rahmen dieser Projektwoche nahmen 12 Schüler an einem „Konfliktbewältigungstraining“ der Jugendwerkstatt Hönow e.V. teil, welches durch das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Landes Brandenburg gefördert wird.
Inhalt bzw. Anliegen des Projektes ging aus von den Problemen und Defiziten, welche die Schüler dieser Schule zum Teil aus ihrer familiären Situation mit in die Schule bringen, Probleme im Sozialverhalten resultierend aus Lernstörungen als auch den Problemen in der Begegnung vieler unterschiedlichster junger Menschen unter dem Aspekt des Lernens und der Leistungsbewertung.
Diese Probleme kumulieren am Ort Schule. Es ergeben sich Konflikte, deren Bewältigung für alle Beteiligten im Schulkontext zunehmend schwieriger wird. Um das Klassen- und Schulklima verbessern zu können, wollten wir mit den Jugendlichen regelmäßige Treffen durchführen, die besonders durch ihr Fehlverhalten und ihre Störungen den Unterricht belasten, weil sie selber keine anderen Verhaltensstrategien kennen und erproben können.

Die erste Kursphase galt dem Kennenlernen, dem Abstecken von Umgangsregeln und Konsequenzen und Reflektieren eigener Verhaltensmuster. Bei gruppendynamischen Aktivitäten (Teamkran) und dem Ausarbeiten von Stärken und Schwächen stand ein respektvolles Miteinander im Fokus. Die in dieser Phase geschaffenen Grundlagen waren elementar für die zweite Kursphase. Wir waren mit den Teilnehmern in der Kletterhalle. Neben der Vermittlung von Grundkenntnissen des Kletterns ging es hier schwerpunktmäßig um Bewegung, sportliche Herausforderungen (Ängste überwinden, Schaffung von Selbstvertrauen) und dem Aufbau von gegenseitigem Vertrauen und Rücksichtnahme.
In der dritten Phase ging es nochmal um die Gruppendynamik und das gemeinsame Schaffen und Erleben. Geplant war die Zubereitung eines Dreigangmenüs mit selbständiger Planung, Durchführung und Nachbereitung. Aufgrund der widrigen Umstände am Standort Schule (fehlende Teilnehmer wegen parallel laufender Sportwettkämpfe, Ablenkung durch andere, nicht teilnehmende Mitschüler) konnten sich die Teilnehmer nicht auf die Aufgabenstellung und das Programm einlassen und das Vorhaben musste zunächst abgebrochen werden. Durch einen spontanen Standortwechsel zum Trainingsraum (Mediationsbüro der Jugendwerkstatt Hönow e.V.) gaben wir den Teilnehmern die Möglichkeit sich mit ihrem Verhalten auseinander zu setzen und sich selbst zu regulieren. Mit der Vorgabe einen genauen Plan für das weitere gemeinsame Vorgehen zu entwerfen, gelang es den Teilnehmern das eigentliche Ziel umzusetzen, zur Schule zurück zu kehren und, entsprechend der verbliebenen Zeit, Pizza zu backen und gemeinsam zu essen. Durch die verschiedenen Anforderungen in den jeweiligen Kursphasen setzten sich die Teilnehmer mit verschiedenen Themen auseinander: respektvoller Umgang: wie verhalte ich mich und was erwarte ich von anderen; Gruppendynamik: wie wichtig ist die eigene Bereitschaft mitzuwirken um eine Herausforderung zu bewältigen; gegenseitiges Vertrauen und Disziplin: gegenseitiges Sichern beim Klettern; der Umgang mit Konfliktsituationen.
Alles in allem war es für die Schüler wichtig, ihnen die Zeit und den Raum zu geben Konfliktsituationen auszuhalten und konstruktive Lösungen selber zu erarbeiten. Besonders die Ausflüge in die Kletterhalle waren für Die Jungs eine spannende und gewinnbringende Erfahrung.

 

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